Modell-Flugsport Inchenhofen e.V.

Topsy

Topsy

Konstruktion: 1961, unbekannt
Erbauer: Robert Kränzlein
Spannweite: 82 cm
Gewicht: 324 / 345 g

 

Die Topsy erschien 1961 bei Graupner als Schnellbaukasten. Vorgesehen war ein 0,5 ccm Motor und eine Einkanal-Fernsteuerung. Geflogen wurde die Topsy damals meistens mit einem Cox Baby Bee mit 0,8 ccm. Das Startgewicht lag wegen der schweren Fernsteuerungen bei ca. 450g.

Mit der Topsy beschäftigte ich mich erstmals, nachdem Ludwig Schmidberger seine alte Original-Topsy aus dem Regal geholt, neu bespannt und elektrifiziert hatte. Der Originalbauplan war auch noch vorhanden, so daß ich kurz darauf auch mit dem Bau einer Topsy begonnen habe. Ausser dem gesteuerten Höhenruder habe ich lediglich die V-Form reduziert. Sogar das Fahrwerk habe ich der Anleitung gemäß am Spant angenäht. Als Motor kam ein kleiner Dymond Aussenläufer zum Einsatz. Die Topsy wurde mit Antikvlies bespannt, gelb-rot-scharz lackiert und mit Aufklebern aus Oracal mattschwarz verziert. Nach dem Zusammenbau stellte ich fest, daß der Motor zu leicht war, um den Schwerpunkt ohne Blei korrekt einzustellen. Ich hatte den Motor direkt am ersten Spant befestigt. Im Bauplan waren zwei verschiedene Nasenformen der Topsy vorgesehen - eine kurze für den Cox Pee Wee und eine längere für den Cox Baby Bee. Also musste ich die Nase nochmal verlängern und den Motor mittels einem auf Gewindestangen gelagerten Motorträgers weiter nach vorne setzen. Die Montage des Motorträgers gleicht einer Operation und ist nur mit Pinzetten zu bewerkstelligen.

Die Topsy fliegt wie ein Antikmodell - vorallem auf Seitenruder reagiert das Modell recht träge. Bei mittlerem oder böigem Wind macht es nicht wirklich Spaß mit der Topsy zu fliegen. Dafür ist das Modell so leicht, daß es unsaubere Landungen oder Abstürze aus geringer Höhe schlimmstenfalls mit einer gebrochenen Luftschraube quittiert. Die Topsy hat auch gute Segeleigenschaften - ähnlich einem kleinen Elektrosegler kann sie mit dem Motor immer wieder auf Höhe gebracht werden um dann ruhig die Höhe abzugleiten.


 

Kurz nach Fertigstellung meiner Topsy stolperte ich dann über die spätere Dekor-Variante der Topsy in weiß-blau. Auch das Logo erinnert an die Disco-Schallplatten damaliger Zeiten. Im Internet fand ich einen Bericht über eine Topsy mit Querruder. Beides wollte mir keine Ruhe lassen, so daß ich mich für den Bau einer zweiten Topsy entschied. Gegenüber der ersten Topsy habe ich das Leitwerk abnehmbar gestaltet. Eine Schraube die von unten durch den Rumpf führt hält das komplette Leitwerk an seinem Platz. Die Landkuve habe ich an der Unterseite mit einem GFK-Steifen verstärkt. Und das Fahrwerk steckt jetzt in einer Sperrholztasche. Die Tasche ist so eng, daß das Fahrwerk ohne weitere Sicherung darin steckt und zum Transport einfach abgezogen werden kann. Die beiden Querruder werden durch D37 Servos der 4g-Klasse von Dymond angesteuert. Den Motor habe ich diesemal von vorneherein an einem Montagespant vor dem Motor befestigt, an dem ich jederzeit Zug und Sturz justieren kann. Mit der Ergebniss bin ich recht zufrieden. Lediglich bei den grünen und schwarzen Streifen hat sich ein Fehler eingeschlichen - die Streifen waren im Original genau andersherum.

Die Topsy ist immer noch kein Kunstflugmodell geworden, aber gerade zum Landen möchte ich auf die Querruder nicht mehr verzichten. Für den Nachbau kann ich nur empfehlen: entweder Querruder oder das Seitenruder ca. doppelt so groß wie im Originalbauplan.